Ein Downloadcode ist eine kurze, zufällige Zeichenfolge, meist auf einer Karte in der Plattenhülle, auf einem Merch-Kärtchen oder in einer E-Mail. Du tippst ihn auf einer Website ein, die Website prüft ihn, und du bekommst die Datei: ein Album, einen Song, ein Hörbuch, ein Foto-Set.
Der Code ist dabei nicht die Musik selbst und auch kein Passwort für ein Konto. Er ist ein Einmal-Schlüssel: Wer ihn zuerst einlöst, bekommt den Download. Danach ist er verbraucht. Diese Seite erklärt beide Seiten – wie du einen Code einlöst, und wie Musiker und Labels Codes und Karten selbst machen.
Was passiert, wenn du einen Code eintippst
Hinter jedem Downloadcode steckt dasselbe Prinzip, egal ob Bandcamp, ein Presswerk oder redeemoid:
- Jemand erzeugt eine Liste zufälliger Codes – einen pro Platte, Kassette oder Karte. Die Codes sind so lang und so zufällig, dass niemand einen gültigen erraten kann.
- Die Liste liegt auf einem Server, zusammen mit der Datei, die es dafür gibt.
- Du gibst den Code auf der Einlöseseite ein. Der Server sucht ihn in seiner Liste.
- Gibt es ihn und ist er noch frei, markiert der Server ihn als eingelöst und gibt dir die Datei. Meist hast du danach eine Weile Zeit, um sie ein paar Mal herunterzuladen – falls der erste Download abbricht oder du sie auf ein zweites Gerät holen willst.
- Wer den Code danach noch einmal eingibt, bekommt die Meldung, dass er schon benutzt wurde.
Daraus folgt fast alles, was du über Downloadcodes wissen musst: Ein Code funktioniert nur einmal, und nur so lange, wie es den Server und die Datei gibt.
Einen Downloadcode einlösen
- Karte finden. Sie steckt meist in der Innenhülle oder im Rücken des Covers, bei Kassetten in der J-Card, bei CDs im Booklet.
- Adresse finden. Auf der Karte steht, wo du einlöst, oft mit einem QR-Code, der die Seite öffnet – manchmal mit schon eingetragenem Code.
- Code eintippen. Bindestriche und Leerzeichen kannst du meistens mittippen oder weglassen.
- Datei herunterladen. Oft ist es eine ZIP-Datei mit allen Songs.
- Datei sichern. Nach dem Einlösen hast du nur begrenzt Zeit für den Download. Kopier die Dateien in deine Musikbibliothek oder einen Cloud-Ordner.
Probier es aus
Der Code DEMO-7KQ4-X9PL ist ein Demo-Code. Er funktioniert immer und lädt eine Beispiel-PDF.
Auf dem Handy
ZIP-Dateien sind auf dem Handy kein Problem mehr: Auf dem iPhone öffnest du sie in der App „Dateien“ mit einem Tippen, auf Android in „Dateien“ oder im Dateimanager des Herstellers. Danach liegen die Songs als einzelne Dateien da. Wenn du die Musik in der Musik-App deines Computers haben willst, lade die ZIP lieber gleich am Computer.
Wenn der Code nicht funktioniert
| Was du siehst | Woran es meist liegt | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| „Code ungültig“ | Ein Zeichen verwechselt: 0 und O, 1 und I oder l | Die Zeichen einzeln prüfen, die andere Variante probieren. Gute Systeme lassen verwechselbare Zeichen gar nicht erst zu. |
| „Code ungültig“, obwohl alles stimmt | Falsche Einlöseseite – jedes Label und jeder Dienst hat seine eigene | Die Adresse von der Karte nehmen, nicht den ersten Treffer der Suchmaschine. |
| „Code bereits eingelöst“ | Gebrauchte Platte, der Vorbesitzer hat ihn benutzt | Beim Verkäufer nachfragen. Wer gebrauchte Platten mit Karte verkauft, sollte sagen, ob der Code benutzt ist. |
| „Code abgelaufen“ | Der Code hatte ein Ablaufdatum – manchmal ist es schon vorbei, während die Platte noch eingeschweißt im Laden steht | Das Label oder den Shop anschreiben; viele stellen einen neuen Code aus. |
| Code geht, der Download nicht mehr | Das Download-Fenster nach dem ersten Einlösen ist vorbei, je nach Anbieter nach zwei Stunden bis einigen Tagen | Den Anbieter bitten, den Code zurückzusetzen. |
| Die Einlöseseite gibt es nicht mehr | Das Label hat das System eingestellt oder umgezogen | Das Label direkt fragen; oft gibt es keinen Ersatz. |
| „Nur für Kunden in USA und Kanada“ | Regionale Lizenzen | Das Label fragen. |
| Das Formular nimmt den Code nicht, weil er zu lang ist | Ein Fehler beim Anbieter | Den Support anschreiben. |
| Keine Karte in der Hülle | Sie steckt oft im Coverrücken oder zwischen Innenhülle und Cover | Die Hülle ausschütteln, den Rücken prüfen; sonst den Shop fragen. |
| Songs ohne Titel und Interpret | Die Dateien haben keine Metadaten | Mit einem Tag-Editor nachtragen oder das Label um getaggte Dateien bitten. |
Wenn gar nichts hilft: Schreib dem Label oder der Band. Den Code und ein Foto der Karte mitzuschicken beschleunigt es. Für Karten von redeemoid gibt es eine eigene Hilfeseite zum Einlösen.
Für Musiker und Labels: so entstehen Downloadcodes
Du brauchst drei Dinge: eine Liste von Codes, einen Ort, an dem die Datei liegt, und eine Seite, auf der deine Fans einlösen. Dafür gibt es im Wesentlichen drei Wege.
1. Codes deiner Plattform – zum Beispiel Bandcamp
Wenn deine Musik ohnehin auf Bandcamp liegt, hast du Codes schon: Jedes Artist-Konto bekommt 200 „Track/Album-Codes“ – so heißen die Downloadcodes dort inzwischen –, Label-Konten 3.000, und für je 500 US-Dollar Umsatz kommen 1.000 dazu. Codes werden in Hunderterschritten erzeugt, unbenutzte Codes laufen nicht ab. Fans lösen auf deiner Bandcamp-Seite ein und haben das Album danach auch in ihrer Bandcamp-Sammlung und in der App (Bandcamp-Hilfe).
Bandcamp reicht, wenn deine Musik dort liegt, du keine eigenen Kartendesigns brauchst und dir Hunderterschritte passen. Es reicht nicht, wenn du etwas anderes als Musik verteilst (Hörbuch, PDF, Fotos, Samples), wenn du keine Bandcamp-Seite willst, wenn du weniger als 100 Codes brauchst oder wenn deine Fans nicht auf einer fremden Plattform landen sollen. Gut zu wissen: Verkäufe über Codes zählen nicht für die Charts (Bandcamp-Hilfe).
2. Das Presswerk macht es mit
Viele Presswerke bieten Downloadkarten zur Platte an. Entweder erzeugen sie die Codes selbst und betreiben eine Einlöseseite, oder sie drucken die Codes, die du ihnen als Liste (CSV oder Excel) schickst. Die Karte kommt in die Hülle, bevor eingeschweißt wird. Preise stehen selten online; frag nach dem Preis pro Karte, nach der Mindestmenge und danach, wie lange die Dateien online bleiben.
3. Ein eigener Dienst für Downloadcodes
Dienste wie redeemoid erzeugen die Codes, hosten die Datei und geben dir eine Einlöseseite – unabhängig von Plattform und Presswerk. Du bestimmst Anzahl, Länge und Zeichen der Codes, lädst deine Datei hoch und bekommst die Codes als Druckbogen, als Druckdatei für die Druckerei oder als Liste für das Presswerk. Bei redeemoid zahlst du einmal pro Auflage, ab 5 Codes; die erste Auflage bis 5 Codes ist gratis (Preise).
Worauf du bei jedem Anbieter achten solltest
- Wie lange bleibt die Datei online, und was kostet das danach? Manche Anbieter hosten standardmäßig zwei Jahre.
- Wie oft und wie lange darf ein Fan nach dem Einlösen herunterladen?
- Kannst du Codes sperren, wenn Karten verloren gehen?
- Siehst du, welche Codes eingelöst wurden?
- Muss der Fan ein Konto anlegen oder seine E-Mail-Adresse hergeben?
- Was passiert mit deinen Codes, wenn der Anbieter aufhört?
Wie die Anbieter bei diesen Punkten abschneiden, zeigt der Vergleich der Downloadcode-Anbieter.
Was einen guten Code ausmacht
Ein Code muss zwei Dinge gleichzeitig sein: unmöglich zu erraten und leicht abzutippen.
- Keine verwechselbaren Zeichen. 0 und O, 1, I und l sehen gedruckt fast gleich aus. Gute Systeme lassen sie weg; redeemoid nutzt zum Beispiel nur die Ziffern 2 bis 9 und Buchstaben ohne I, L und O.
- Groß- und Kleinschreibung egal. Fans tippen, wie sie tippen. Ein Code sollte in beiden Schreibweisen gelten.
- Gruppen zu vier Zeichen. 7KQ4-X9PL liest sich leichter als 7KQ4X9PL. Die Bindestriche sind nur Lesehilfe und sollten beim Eintippen keine Rolle spielen.
- Lang genug. Je mehr Codes du erzeugst, desto länger muss jeder einzelne sein, damit Raten aussichtslos bleibt. Acht bis zwölf Zeichen reichen für die meisten Auflagen.
- Ein QR-Code mit eingetragenem Code. Dann muss der Fan gar nichts tippen.
- Ein paar Downloads in einem Zeitfenster. Bei redeemoid sind es 5 Downloads innerhalb von 72 Stunden nach dem Einlösen – genug für einen abgebrochenen Download und ein zweites Gerät, zu wenig, um den Code zum öffentlichen Link zu machen.
- Ein Ablaufdatum nur, wenn es einen Grund gibt. Ein Code in einer Platte wird oft erst Jahre später eingelöst.
Downloadkarten drucken
- Format: Am häufigsten ist Visitenkartengröße, 85 × 55 mm. Für die Druckerei kommen ringsum 3 mm Anschnitt dazu.
- Selbst drucken: ein A4-Bogen mit zehn Karten und Schneidmarken, auf festem Papier, geschnitten mit Hebelschneider oder Cutter. Gut für kleine Auflagen und Konzerte.
- Druckerei: für größere Auflagen oder schöneres Papier. Die Druckerei will ein PDF mit Anschnitt in CMYK, am besten als PDF/X. Weil jede Karte einen anderen Code trägt, brauchst du eine Datei mit einer Seite pro Karte.
- Der QR-Code braucht einen weißen Rand ringsum, sonst liest ihn das Handy schlecht.
- In die Hülle: Die Karte kommt vor dem Einschweißen in die Innenhülle. Ein Sticker auf der Folie („inkl. Download“) hilft beim Verkauf.
Wie die Karten bei redeemoid aussehen und wie der Druckbogen aufgebaut ist, zeigt die Seite Downloadkarten; was bei Vinyl dazukommt, steht unter Downloadcodes für Vinyl.
Wie lange gilt ein Downloadcode?
Das hängt allein vom Anbieter ab. Manche Codes laufen nie ab, manche an einem aufgedruckten Datum, manche wenige Tage nach dem ersten Einlösen. Und alle funktionieren nur, solange es die Einlöseseite gibt: Die Mascot Label Group hat ihre Downloadcodes 2020 eingestellt, alte Karten lassen sich seitdem nicht mehr einlösen (Mascot Label Group).
Als Käufer kannst du daraus nur eins lernen: Löse den Code bald ein und sichere die Dateien. Als Musiker oder Label solltest du vor dem Druck wissen, wie lange die Datei online bleibt – deine Platte steht Jahre im Regal. Bei redeemoid gibt es keine Hosting-Frist von unserer Seite und keine laufende Gebühr: Die Datei bleibt online, bis du selbst ein Ablaufdatum setzt, die Auflage sperrst oder dein Konto löschst.
Verkaufen oder verschenken?
Ein Code ist nur der Zugang. Was er kostet, bestimmt das, womit du ihn weitergibst:
- Als Beigabe zu Vinyl, Kassette oder CD – der häufigste Fall. Der Fan hat die Platte fürs Regal und die Dateien fürs Handy.
- Als eigenes Produkt am Merch-Stand: eine schöne Karte statt einer CD, zu einem Preis, den du festlegst.
- Als Geschenk an Presse, Radio, Unterstützer einer Crowdfunding-Kampagne oder Fans, die beim Konzert waren.
Und wegen der Rechte: Wenn du fremde Songs verteilst oder Mitglied einer Verwertungsgesellschaft bist, frag dort oder beim Presswerk nach, wie der Download zur Platte behandelt wird.
Nicht nur für Musik
Downloadcodes funktionieren für jede Datei: Hörbücher und Hörspiele, E-Books, Noten, Foto-Sets, Sample-Packs, Videos, Software. Überall dort, wo du etwas zum Anfassen verkaufst oder verschenkst und eine Datei dazugehört.